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„Bombenstimmung“ am Lagenser Schulzentrum

Werreanger evakuiert
Lage. Am heutigen Montagmorgen, 01. Juli, ist das Schulzentrum aufgrund einer Bombenattrappe evakuiert worden. Zündstoffmitarbeiter und Augenzeuge Till Affeldt berichtet von dem Vorfall – mit Kommentaren von Tobias Buß.

Ein Schultag wie jeder andere am Werreanger Lage. Doch dann erklingt in der zweiten Stunde eine vom Alarm übertönte Lautsprecheransage. Schließen der Fenster, ruhiges und geordnetes Verlassen der Räume. Schon wieder eine Feuer-Übung? Die anfängliche Gelassenheit wird jedoch gestört, wenn der übliche Sammelplatz schnell verlassen werden soll, um sich bei der Tribüne des angrenzenden Stadions einzufinden.

Im ersten Moment dachte ich erstmal, dass es nur ein Probealarm ist. Als wir dann aber draußen waren und wir immer weiter von der Schule weg mussten, habe ich mir schon Gedanken gemacht, was da wohl los ist. Die Sekretärinnen waren auch ziemlich aufgeregt und nervös. Daran hat man erkannt, dass es kein Probealarm ist.

Stadion
Von der Präsenz zahlreicher Feuerwehr-Leute und Polizisten merkt man – mit Ausnahme der an der Straße parkenden Fahrzeuge – im Stadion nur wenig. Nach einer kurzen Zeitspanne klärt Herr Krügermeyer-Kalthoff, der Direktor des Gymnasiums Lage, die Situation auf. Eine Bombe sei vor dem Lehrerzimmer gefunden worden und es sei unklar, ob es sich um eine echte Bombe oder eine Attrappe handelt.
Als die Ansage im Lautsprecher des Stadions erklungen ist, verfallen zahlreiche Schüler in Beifall und Jubel. Mit einer echten Bedrohung rechnet kaum jemand, die ausfallenden Unterrichtsstunden scheinen wichtiger zu sein.

Mit einer Bombe hab‘ ich überhaupt nicht gerechnet. Im ersten Moment hab‘ ich das Ganze auch für einen schlechten Scherz gehalten. Ich habe eigentlich in keinem Augenblick geglaubt, dass es sich um eine echte Bombe handelt.
Da die entsprechenden Schüler ziemlich jung waren und sich der Gefahr wohl nicht bewusst waren, sehe ich das Gejubel gelassen. In zwei bis drei Jahren werden oder sollten sie darüber nicht mehr jubeln. Man denkt als Kind ja nicht an die Risiken einer Bombe, sondern freut sich im ersten Moment darüber, dass die Schule länger ausfallen könnte, sollte sie hochgehen.

Immer wieder weisen Lehrer auf das an der Schule geltende Handy-Verbot hin. Es sei besser, wenn zunächst möglichst wenig Informationen an die Öffentlichkeit gerieten. Offensichtlich ist es im Laufe des Tages gehäuft dazu gekommen, dass besorgte Eltern das Schulgebäude betreten haben, um ihre Kinder abzuholen.
Nach zwei Stunden soll dann das Stadion geräumt werden, um die Schüler stattdessen in der Turnhalle unterzubringen. Herr Krügermeyer-Kalthoff ruft dazu die Klassen und Stufen einzeln auf, um eine geregelte Verlegung zu ermöglichen. Sie sollen bei den Lehrern bleiben, bei denen sie zuletzt Unterricht gehabt haben. Auf diese Art soll die Vollständigkeit sichergestellt werden können. Schüler, die jedoch aufgrund von Unterrichtsentfall erst zur dritten Stunde gekommen sind, fallen aus dem Muster heraus und werden in keiner Liste festgehalten.

Die Evakuierung der schon dagewesenen Schüler war in meinen Augen erfolgreich und gut umgesetzt. Bei den Schülern, die zur dritten Stunde kamen, hätte man vielleicht einen Treffpunkt einrichten sollen, damit sie in Listen eingetragen werden können. So kann man schnell den Überblick verlieren.

Der Umzug wird jedoch abgebrochen. Entwarnung. Alle zurück in die Schule.
Der Alarm ertönt noch ein zweites Mal, nun aber nur für wenige Sekunden. Er scheint versehentlich betätigt worden zu sein. Die Schüler sollen in die Räume zurückkehren, in welchen sie in der ersten Stunde Unterricht gehabt haben, und dort mit ihren Lehrern auf die Ansage des Direktors warten.
Es habe sich bei dem Vorfall um ein „unglückliches Versehen“ gehandelt, sodass der Unterricht fortgesetzt werden könne, „als sei nichts geschehen“. Mit Beginn der fünften Stunde geht der Unterricht weiter.
Erst später ist klar, dass es sich um eine Requisite der Theater-AG gehandelt hat, die immerhin vor dem Eintreten umfassenderer Maßnahmen identifiziert werden konnte.

Auf jeden Fall war die Evakuierung die richtige Entscheidung. Da man nicht wusste, dass es nur eine Attrappe war, war es genau richtig, die Leute in Sicherheit zu bringen. Wär‘ es eine echte Bombe gewesen, wären ansonsten vielleicht ein paar Leute nicht mehr am Leben.

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