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Amateurfußballer pfeifen nicht mehr auf Gelb-Rot-Neuerung

Kreis Lippe (slu). Die Amateurfußballer müssen sich in der neuen Saison auf eine Neuerung einstellen. Erhält ein Spieler Gelb-Rot, muss er für eine Partie oder maximal eine Woche pausieren. Nicht allen gefällt das. In der Rechts- und Verfahrensordnung des Verbandes heißt es im Paragraf 9 (Automatische Sperre), dass der Spieler „automatisch für die nächstfolgende Woche für alle Spiele seines Vereins, höchstens jedoch für ein Pflichtspiel der Mannschaft, in der der Feldverweis erfolgte“, gesperrt sei.

Das bedeutet, dass sich die Ampelkarten, anders als bei den Profis, nicht auf den entsprechenden Wettbewerb beziehen. So waren beispielsweise die Salzufler Muji und König nach ihrer Gelb-roten Karte im Kreispokal für die folgende Westfalenpokalpartie gegen Dringenberg gesperrt und durften im Wiederholungsspiel gegen Lemgo auf Kreis­ebene am Donnerstag wieder mitwirken.

Für die Schiedsrichter ändert sich hingegen nichts direkt. Niklas Vezzon aus Bad Salzuflen, der künftig in der Bezirksliga pfeifen darf, erläutert: „Wir mussten bisher auch schon Gelb-rote Karten eintragen.“ Friedhelm Stickdorn, Vorsitzender des Lemgoer Fußball-Ausschusses, erläutert: „Im DFB-net ist nach einem Feldverweis bei dem Spieler ein Schloss davor, welches die Vereine aber umgehen können. Machen sie das, bekommt der Spieler sofort eine vierwöchige Sperre aufgebrummt und die Punkte, wenn welche mit dem nicht-spielberechtigten Spieler geholt wurden, sind natürlich auch weg. In der Vorbereitung hatte ich einen Fall.“

Dem 19-jährige Vezzon gefällt die Regel: „Die Spieler werden vorsichtiger sein – weniger meckern und nicht mehr so hart reingehen. Die Trainer nehmen bestimmt auch mal einen gefährdeten Kicker runter. Die Wertigkeit der Gelb-Roten Karte ist gestiegen.“Auch Andreas Schlingmann, Vorsitzender des RSV Barntrup, findet die neue Regelung „in Ordnung“ und erläutert: „Sie hält den einen oder anderen bestimmt davon ab, in der Schlussphase noch mal richtig ,reinzusensen‘. Bisher war das nicht so dramatisch – zumindest für den Foulenden.“ Auf der anderen Seite haben die Barntruper nach einigen wichtigen Abgängen nicht mehr so einen breiten Kader: „Wenn die Jungs nicht aufpassen, könnte es ein Problem geben. Bisher haben wir uns mit Feldverweisen aber nicht hervorgetan, deshalb bin ich entspannt.“

Anderer Meinung ist Manuel Roßblatt. Der Trainer des Blomberger SV meint, dass die automatische Sperre „den Amateursport nicht weiterbringt“. Denn: „Jede Ampelkarte schmerzt nun richtig, und so viele Spieler mit Qualität gibt es nicht.“ Wenn die Blomberger nicht noch Freitag das Finale in Pottenhausen bestreiten würden, hätte Dennis Zurheide, der gegen Leopoldshöhe am Siekkrug Gelb-Rot sah, beim Liga-Auftakt zuschauen müssen: „Das wäre bitter gewesen in einem doofen Vorbereitungsspiel.“ Roßblatt vertritt die Meinung, dass die Schiedsrichter in den unteren Ligen „nicht die Klasse haben, um mit Fingerspitzengefühl die Karten zu verteilen“.

Dass die Unparteiischen dies beweisen, ist auch Gustav Holzhauer wichtig. Der Obmann des TuS Leopoldshöhe weiß, dass das Fingerspitzengefühl „auch mal fehlt. Einige werfen mit Karten um sich.“ Grundsätzlich sagt er aber: „Sperren nach der Ampelkarten finde ich total gut, denn sie sind eine erzieherische Maßnahme. So halten Spieler auch mal in der 89. oder 90 Minute den Mund.“

Fliegender Wechsel

Neben der Neuerung nach der Ampelkarte gibt es ab der Spielzeit 2013/14 eine weitere in den B- und C-Ligen sowie in den Frauenkreisligen. Hier dürfen Spieler, die ausgewechselt wurden, wieder rein. Friedhelm Stickdorn vom FuL-Kreis Lemgo erklärt: „Es darf fliegend gewechselt werden, jedoch nur unter maximal 14 Spielern. Ich habe schon Scherze gehört, dass sich einige Spieler dann draußen zur Raucherpause treffen würden.“ Diese Regelung gilt für alle Kreise, keiner darf sich darüber hinwegsetzen. Ausgenommen sind allerdings Pokalpartien.

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